Schon meine Großmutter pflegte zu sagen: „Kind, du musst nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht.“ Liebe Oma! Danke dafür! Ich möchte noch ergänzen: „…oder jemanden fragen, der es weiß.”

Wie verbrannt der Begriff „Wissensmanagement” in den letzten Jahren war, ist schon gruselig. Unternehmen haben in den 2000er Jahren tausende Euro in dieses Thema gesteckt und keinen wirklichen Mehrwert gespürt. Das ist sehr traurig.

Dennoch möchte ich mich hiermit für ein „Revival” des Wissensmanagements stark machen. Weil es eben wichtig ist.

Woran liegt diese Unzufriedenheit?

Wissensmanagement ist ein allumfassendes Thema. Es betrifft nicht nur einen Bereich, eine Abteilung, sondern sollte ganzheitlich, auf das gesamte Unternehmen betrachtet werden.

Im Klartext: Wir müssen das große Rad drehen. Verschiedene Personengruppen sollten involviert sein, Geschäftsprozesse müssen analysiert, Mitarbeiter befragt und Lücken erkannt werden. Soweit waren viele Unternehmen schon, haben fleißig Soll- und Ist-Analysen gemacht, Wikis eingeführt und ganze Teams damit beschäftigt das Wissen ausfindig zu machen. Gefühlt hat es jedoch wenig gebracht. Warum?

Manchmal wurden Mitarbeiter:innen nicht einbezogen. Es wurden Systeme eingeführt, die die Zusammenarbeit und die Ablage verbessern sollten aber den Kolleg:innen wurde nicht gezeigt, wie es geht und welchen Mehrwert sie darauf ziehen können.

Allgemein wurde viel zu stark auf Technik gesetzt, anstatt die Mitarbeiter einzubeziehen.

Manchmal machte sich nur eine Abteilung für dieses Thema stark und schaffte es nicht das ganze Unternehmen mitzunehmen.

Meistens jedoch war nach dem Einführungsprojekt Schluss. Das ist in meinen Augen der häufigste Fehler. Zu denken, dass einmal eingeführt es immer laufen wird. Wird es nicht! Mitarbeiter werden die Lust verlieren, neue Mitarbeiter kommen ins Unternehmen und machen Sachen anders. Prozesse verändern sich. Neue Technologien kommen auf den Markt und und und.

Wissensmanagement als dauerhafter Prozess

Gerade unter Betrachtung neuer Möglichkeiten wie Mikro-Learning, Mitarbeiter:innen Beteiligung, Social Media, etc. ist es wichtig das Wissensmanagement stetig auf einem konstant guten Level zu halten. Warum?

  • Wissen ist einer der kostbarsten Schätze des Unternehmens. Das kann jeder bestätigen, der schonmal einen Kollegen oder eine Kollegin „verloren” hat, der/die Wissensträger:in im Unternehmen war.
  • Wissen ist Macht. Die Macht mehr zu wissen als seine Konkurrenz und damit einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor zu haben.
  • Wissen schadet nicht. Je mehr Wissen einem Unternehmen zur Verfügung steht, umso besser kann es sich auf Situationen vorbereiten, wenn dieses gebraucht wird.

Deshalb möchte ich mich für einen Neuanfang mit diesem Thema aussprechen. Vielleicht drehen Sie nicht erneut das große Rad. Vielleicht ist das auch gar nicht notwendig. Eine erneute Betrachtung und Nachjustierung kann jedoch nicht schaden.

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