Die Folgen einer neuen Wirksamkeit

Veränderung passiert ständig und in allen Bereichen des Unternehmens. Egal ob Sie wollen oder nicht. Wie Sie eine Veränderung bewusst initiieren und gestalten habe ich in meinen Beiträgen “Neues Arbeiten - Geht nicht, gibt es nicht.” und “Der Weg zur neuen Wirksamkeit im Unternehmen” beschrieben. Als Geschäftsführer, Vorstand, Führungskraft oder Mitarbeiter muss es Ihr Ziel sein, sich der Veränderung bewusst zu werden und dieser proaktiv zu begegnen. Veränderungen treten immer auf - gestalten Sie diese zu ihrem Vorteil. Nur so haben Sie die Chance den Veränderungsprozess hin zu einer neuen Wirksamkeit im Unternehmen zu lenken.

“Machen Sie sich auf den Weg und finden Sie Ihren eigenen Weg um die Veränderung erfolgreich zu gestalten.”

In einem weiteren Beitrag “Entdecke das Potential, den Kern von New Work” bin ich darauf eingegangen worin das ultimative und ganz grundsätzliche Ziel einer jeden Veränderung liegen sollte: “Das volle Potential von Mitarbeitern und Unternehmen entfalten.” Nur darum kann es gehen, wenn Sie und wir von Veränderung sprechen. Alles andere wäre unlogisch und würde dem Unternehmen und den Menschen schaden. Zumindest auf langfristige Sicht gesehen.

Doch was bedeutet es tatsächlich, wenn Mitarbeiter in der Lage sind ihr volles Potential zu entdecken und zu nutzen? Zum einen führt es dazu, dass Mitarbeiter sich als Ganzes und mit ihrer Person und ganzen Persönlichkeit einbringen. Nur so wird der Zugang zur inneren Kraft und Motivation eines jeden Menschen möglich. Zum anderen bedeutet es aber auch, dass Mitarbeiter den Sinn ihres Tuns und Handelns entdecken bzw. verstehen wollen. Folgende Fragen wird sich ein Mitarbeiter stellen: Warum mache ich das, was ich täglich im Unternehmen tue? Entspricht das meinen Vorstellungen von einem sinnvollen Wirken und Handeln? Welchen übergreifenden Sinn verfolge ich als Mensch und als Mitarbeiter im Unternehmen?

Und genau an dieser Stelle passiert etwas ganz Besonderes, vielleicht sogar magisches. Magisch deswegen, weil es auf den ersten Blick und mit einem normalen und erlernten Verständnis nicht begreifbar ist. Vielleicht sogar irrational. Denn es könnte dazu kommen, dass Menschen plötzlich Dinge tun und als wichtig erachten, die so überhaupt nicht den Erwartungen an ihn als Mitarbeiter entsprechen. Doch genau darum muss es gehen. Um die Reflektion des eigenen Denken und Handelns und des Bewusstwerdens der eigenen Ziele und Vorstellungen. Das kann im Einklang mit dem Jobprofil eines Mitarbeiters sein und den daran geknüpften Erwartungen an Ergebnisse und Leistung. Es kann aber auch dazu kommen, dass ein Mitarbeiter für sich herausfindet, dass er/sie so zukünftig nicht mehr arbeiten möchte. Das passiert gerade dann, wenn der Sinn des eigenen Handelns und Tuns nicht dem des Unternehmens entspricht.

Beispiel: Warum sollte sich ein Mitarbeiter aufopfern und starke Leistung zeigen, wenn sich am Ende doch die Gesellschafter und Shareholder den gesamten Gewinn einstecken? Warum sollte ein Mitarbeiter Produkte und Dienstleistungen erschaffen, die wiederum anderen Menschen Schaden und Leid zufügen (Stichwort: Rüstungsindustrie)?

Wenn Sie sich jetzt die Frage stellen, wie es eigentlich in Ihrem Unternehmen aussieht und ob Mitarbeiter und Führungskräfte das tun, was sie** wirklich** wollen und ob das dem Sinn und Zweck des Unternehmens entspricht, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es daran Zweifel gibt. Es könnte auch sein, dass Ihnen das Angst macht. Der Hintergrund dahinter ist die Tatsache, dass sehr viele Unternehmen diese Frage für sich nicht positiv beantworten können.

Dieser Teil der Veränderung ist somit einer der Nebeneffekte hin zu einer positiven Potentialentfaltung und dem Entdecken der inneren Kraft und Motivation. Mitarbeiter, die sich den beeinflussenden Faktoren der eigenen Potentialentfaltung bewusst sind, werden alles in Frage stellen und anzweifeln. Das können Sie nicht verhindern. Sie können nur daran arbeiten, eine passende Antwort zu entwickeln. Mitarbeiter, die “nur” Dienst nach Vorschrift machen und Arbeit als Selbstzweck zum Geldverdienen sehen, sind dabei kein Problem. Aber wollen Sie in Ihrem Unternehmen und in Ihrem Team solche Mitarbeiter haben? Aktuell mag das vielleicht noch funktionieren aber es beginnt eine Welle ins Rollen zu kommen, die auch irgendwann Ihre Branche und Ihr Unternehmen trifft. Spätestens dann wird diese Fragestellung für Sie als Geschäftsführer, Vorstand, Führungskraft und Mitarbeiter ganz real.

Die ersten Praxisbeispiele zeigen sehr deutlich, dass das Zusammenspiel von Sinn und Zweck einer Organisation und den Vorstellungen einer erfüllten und sinnvollen Arbeit der Mitarbeiter einen überdurchschnittlich positiven Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit und Profitabilität hat. Häufig sind diese Unternehmen nach der eingeleiteten Veränderung wirtschaftlich besser aufgestellt, als davor. Es muss aber auch klar sein, dass Sie mit einer solchen Veränderung den bisherigen Zweck und den dahinterliegenden Sinn einer Unternehmung hinterfragen müssen. Und genau daran scheitern viele, die sich “New Work”, “Agilität” und sonstige Trendthemen auf die Fahne schreiben. Viele der Unternehmen können und wollen per se den bisherigen Zweck und die Art und Weise von Prozessen und Abläufen nicht in Frage stellen.

Am Ende soll Ihnen das aber keine Angst, sondern Mut machen. Die Ergebnisse und Folgen einer solchen Veränderung sind um ein Vielfaches größer und positiver als die Risiken und Schwierigkeiten, die Sie eingehen. Vorausgesetzt die Veränderung ist wirklich gewollt und wird auch dementsprechend gestaltet.

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