Neues Arbeiten - Geht nicht, gibt es nicht.

“Es ist so schwer”. “Bei uns geht das nicht”. “Die da oben wollen das nicht”.

Das sind Aussagen, die wir häufig hören, wenn wir über die Veränderung der Zusammenarbeit und des Miteinanders in Unternehmen sprechen. Eine wirksame Veränderung ist aus Sicht der Mitarbeiter und Führungskräfte häufig eine unlösbare Herausforderung. Aber warum ist das so? Woran liegt es, dass viele denken eine Veränderung nicht anstoßen und durchhalten zu können. Dieser Frage sind wir auf den Grund gegangen und wollen unsere Sicht hier darstellen.

Wenn wir mit Vertretern von Unternehmen über die Möglichkeiten von New Work, Digitalisierung, Selbstorganisation und weiterer Themen sprechen, dann stoßen wir sehr oft auf großes Interesse und Begeisterung. Die vielen Möglichkeiten, die sich durch die Einführung moderner Organisationsmethoden, Führungsansätze und Technologien ergeben, sind kaum noch jemanden unbekannt. Jeder hat davon gehört, gelesen oder sich bereits intensiver damit beschäftigt. Aber...

… häufig bleibt es dabei. “Man könnte oder man müsste aber bei uns geht das nicht so einfach”. Das hört man regelmäßig. In vielen Gesprächen haben wir versucht herauszufinden woran es liegt. Welche Ursachen und Gründe verhindern es eine Veränderung in Gang zu setzen? An der Erkenntnis über die Wirkung und den Nutzen einer modernen Zusammenarbeit, Organisation und des Miteinanders im Unternehmen kann es ja nicht liegen.

Woran liegt es und wie kann eine Veränderung angetrieben werden? Ganz nach dem Motto: “Geht nicht, gibt es nicht.”

Bewusstsein auf allen Ebenen schaffen

Wie bei jeder Entscheidung, egal ob im Unternehmen oder im Privatleben muss man sich über den Bedarf für eine Handlung bewusst sein. Nur wenn es einen mehr oder weniger dringenden Bedarf für eine Entscheidung gibt, wird man diese auch treffen. Klar ist es nicht einfach das Bewusstsein für den Bedarf einer Entscheidung auf allen Ebenen im Unternehmen zu wecken. Man kann aber sehr sicher davon ausgehen, dass es bei vielen Personen im Unternehmen einen Bedarf gibt. Versuchen Sie nicht gleich über konkrete Maßnahmen oder Projekte zu sprechen, sondern als Erstes die Erkenntnis und das Bewusstwerden zu fördern. Geeignet dafür sind Umfragen, strukturierte Interviews, Workshops und offene Kommunikationsformate wie eine Sprechstunde mit der Geschäftsführung und/oder Führungskräften. Versuchen Sie die offene und ehrliche Kommunikations- und Feedback-Kultur (falls nötig auch anonym) durchzusetzen. Falls es Widerstände für solche Formate gibt, eignet sich ein Workshop (gerne auch als Augenöffner-Event bezeichnet) mit einem überzeugenden Moderator. Nur wenn möglichst viele und die entscheidenden Personen im Unternehmen eingebunden werden, kann es gelingen. Das Ziel ist es der Organisation bzw. den Personen im Unternehmen den Spiegel vorzuhalten, um die Selbsterkenntnis über Probleme und Schmerzen zu fördern und damit die Einsicht aktiv werden zu müssen. Dabei sollten die Dinge sehr deutlich und konkret identifiziert und benannt werden.

Das große Ganze sehen

Mit den gewonnenen Erkenntnissen und einem neuen Bewusstsein sollte der nächste Schritt folgen. Versuchen Sie eine Idee, im Sinne einer Vision, davon zu entwickeln wohin der in Gang gesetzte Prozess das Unternehmen führen kann. Malen Sie eine Zukunft wie Sie und Ihre Mitstreiter sich das ideale Unternehmen vorstellen. Es gibt keine Einschränkungen. Denken Sie offen und frei von jeglichen Barrieren und Hindernissen. Machen Sie sich zunächst keinen Gedanken wie das im Detail umgesetzt wird bzw. wie der Weg dorthin aussieht. Das würde nur zum Ersticken jeder Idee führen. So neuartig müssen die Ideen auch nicht sein, da man sich sehr viele Inspirationen und Ansätze aus anderen Unternehmen holen kann. Es gibt zahlreiche positive Beispiele die gut auffindbar sind. Die Vision von einem Zielzustand sollte möglichst klar und einfach beschrieben werden, sodass jeder sofort den Kern versteht und selbst ein Bild im Kopf hat. Wenn dieses Bild nur klar genug und einleuchtend für alle ist, dann werden alle Aktivitäten und Maßnahmen sehr einfach danach auszurichten sein. Ganz einfach, weil man sich immer fragen kann, ob diese oder jene Aktivität das Unternehmen dem Ziel ein Stück näher bringt. Der Weg ist das Ziel. Es muss keinen fertigen Plan dafür geben. Genau darin liegt die Chance und viel Potential. Wer soll schon wissen wie die Dinge in Ihrem Unternehmen umgesetzt werden sollen. Dafür werden Sie erst auf dem Weg ein Gespür entwickeln.

Befürworter und Mitstreiter finden

Mit dem Bewusstsein für den Bedarf einer Veränderung und einem Zielbild im Kopf können Sie auf die Suche nach ähnlich denkenden Menschen im Unternehmen gehen. Natürlich werden Sie nicht nur positiv eingestellte Kollegen antreffen. Mit Sicherheit wird Ihnen viel Unverständnis und Verwunderung entgegen kommen. Das ist normal, da viele Mitarbeiter noch nicht das Bewusstsein und Verständnis über die Möglichkeiten erlangt haben. Aber es gibt sie. Sowohl die Befürworter, die sagen: “finden wir gut und unterstützen wir”, als auch die Mitstreiter, die aktiv mitwirken und gestalten wollen. Beide Rollen sind wichtig für die angestoßene Veränderung. Versuchen Sie eine ausreichend große und für das Unternehmen repräsentative Gruppe von Personen zu finden. Diese werden später als Multiplikatoren der Veränderung im Unternehmen und in den einzelnen Teams wirken. Noch Besser oder sogar zwingend erforderlich ist dabei die Unterstützung aus der Geschäftsführung bzw. dem Top Management. Es sollte einen Sponsor für das Vorhaben geben, der auch bereit ist sich öffentlich für die angedachte Veränderung zu positionieren und positiv auszusprechen. Ohne einen Sponsor von allerhöchster Ebene wird es ganz schwer bis fast unmöglich. Idealerweise ist dieser Sponsor sogar noch Gesellschafter im Unternehmen. Wenn beides für diese Person zutrifft, dann sind das sehr gute Voraussetzungen. Wichtig dabei ist, dass es einen ernsthaften Willen und den Mut zur Veränderung gibt. Mit allen Konsequenzen.

Diese drei Elemente sind der Grundbaustein für den Beginn einer Veränderung. Ab sofort haben Sie keine Ausrede mehr. Jetzt stellt sich nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wie die Veränderung angegangen und durchgeführt wird, um das definierte Zielbild zu erreichen. Mit einem konkreten Zielbild, einem Team von Mitstreitern und einem Sponsor im Boot, wird die Veränderung in Ihrem Unternehmen stattfinden. Mit Sicherheit.

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